Verkaufstexte schreiben – wenn der Marktschreier Werbung macht

Kennen Sie die Texte, die vor Absätzen, Überschriften und überflüssigen Fragen nur so strotzen? Und kennen Sie die Texte, in denen Sie förmlich mit der Nase darauf gestoßen werden, genau dieses Produkt zu kaufen oder diese Dienstleistung in Anspruch zu nehmen? Ja? Dann kennen Sie sicher auch das Gefühl, das Sie dann bekommen: Widerwille und der Wunsch, nicht weiterzulesen.

Gute Verkaufstexte verkaufen, werben aber nicht!

Ein Beispiel aus einem Corporate Blog:

Wie gut sind automatische Etikettiermaschinen?

Automatische Etikettiermaschinen erleichtern Ihre Arbeit und sparen Zeit. Sie erstellen in der Hälfte die Etiketten, die Sie sonst benötigt hätten.

Tipp:

Kaufen Sie eine Etikettiermaschine und sparen Sie dadurch Zeit und Geld.  

Erläutert der erste Teil des Textes noch gut den Vorteil automatischer Etikettiermaschinen, fordert der zweite Teil des Textes recht plump dazu auf, doch die Maschinen zu kaufen – wenn möglich sofort.

So geht es besser:

Etiketten geben Aufschluss über Inhalt und Bestandteile von Produkten. Um nicht unnötig Zeit mit dem Aufkleben von Etiketten zu verschwenden, wurden Etikettiermaschinen entwickelt, die binnen kurzer Zeit mehrere hundert Etiketten auf Ihre Produkte aufbringen. Dadurch sparen Sie 50 % der Zeit ein, die Sie sonst mit dem Kleben von Etiketten benötigt hätten.
Sie sind sich nicht sicher, ob Sie eine Etikettiermaschine benötigen? Dann testen Sie doch einfach erst einmal unser Produkt und entscheiden Sie dann. Kompetente Ansprechpartner finden Sie unter…“

Lesen Sie sich den Text genau durch. Sie erfahren, weshalb diese Etikettiermaschine so wichtig für Sie ist. Gleichzeitig erhalten Sie den Tipp, dass auch kleinere Etikettiermaschinen genügen, um Zeit zu sparen. Zusätzlich sagt Ihnen der Verfasser des Textes, wo Sie diese Maschinen finden können.
Seien Sie ehrlich! Sie sind begeistert. Erstens haben Sie erfahren, weshalb Etikettiermaschinen so toll sind und erhielten gleichzeitig den Tipp, erst einmal die Maschien zu testen.

Lesefluß – zu viele Absätze stören

Der Lesefluß entscheidet darüber, wie schnell der Leser den Textinhalt erfassen und verarbeiten kann. Mithilfe von Absätzen und Überschriften wird der Leser unbewusst durch den Text navigiert.
Viele Texter übertreiben es damit und zerstören damit das eigentliche Ziel: das Interesse des Lesers am Textinhalt zu halten. Dann reihen sich Absatz an Absatz und Überschrift an Überschrift – wenn möglich noch Satzweise.

So sollte es nicht sein: 

Der Lesefluß entscheidet darüber, wie schnell der Leser den Textinhalt erfassen und verarbeiten kann. Mithilfe von Absätzen und Überschriften wird der Leser unbewusst durch den Text navigiert.

Was ist die Folge?

Viele Texter übertreiben es damit und zerstören damit das eigentliche Ziel: das Interesse des Lesers am Textinhalt zu halten. Dann reihen sich Absatz an Absatz und Überschrift an Überschrift – wenn möglich noch Satzweise.

Das können Sie tun!

Vermeiden Sie überflüssige Absätze und seien Sie mit Überschriften sparsam. Rhetorische Fragen wie „Woran liegt das?“ und Aussagen wie „Das können Sie tun!“ sind absolut tabu. 

So ist es besser:

Der Lesefluß entscheidet darüber, wie schnell der Leser den Textinhalt erfassen und verarbeiten kann. Mithilfe von Absätzen und Überschriften wird der Leser unbewusst durch den Text navigiert.
Viele Texter übertreiben es damit und zerstören damit das eigentliche Ziel: das Interesse des Lesers am Textinhalt zu halten. Dann reihen sich Absatz an Absatz und Überschrift an Überschrift – wenn möglich noch Satzweise.

Unser Tipp:

Vermeiden Sie überflüssige Absätze und seien Sie mit Überschriften sparsam. Rhetorische Fragen wie „Woran liegt das?“ und Aussagen wie „Das können Sie tun!“ sind absolut tabu. 

Wie liest sich dieser Text? Flüssiger, oder? Haben Sie den Eindruck, dass Sie dadurch den Text schlechter verstehen oder wichtige Informationen untergehen?
Einige Texter sind der Meinung, die Fragen, die dem Leser beim Lesen durch den Kopf gehen, wörtlich formulieren zu müssen. Um nicht den Lesefluß zu unterbrechen und dem Leser nicht das Gefühl zu geben, etwas beschränkt zu sein, sollten Sie jedoch darauf verzichten. Es genügt, den Text so zu schreiben, dass der Leser seine Fragen in Ihrem Text beantwortet bekommt.

Tipps zum Schreiben von Verkaufstexten

  1. Führen Sie Ihren Leser durch den Text. Fangen Sie mit der Einleitung an und führen Sie so den Leser an die Thematik heran. Doch Achtung: Verlieren Sie sich nicht darin. Für die Einleitung genügen fünf bis sieben Sätze. Denken Sie daran, im letzten Satz die Überleitung zum nächsten Absatz herzustellen.
  2. Erläutern Sie die Notwendigkeit Ihres Produkts oder Dienstleistung. Vermitteln Sie den Kundennutzen. Gehen Sie dabei nicht plump vor. Bieten Sie Ihrem Leser vielmehr einen Mehrwert. So schaffen Sie sich einen Expertenstatus und vermitteln dem Leser das Gefühl, vertrauenswürdig und ein guter Ansprechpartner zu sein.
    Verzichten Sie auf Werbe- und Allgemein-Floskeln. Das wirkt nicht nur platt, sondern auch laienhaft. Damit verderben Sie sich Ihren Expertenstatus.
  3. Im letzten Abschnitt stellen Sie Ihr Produkt/Dienstleistung vor. Vergessen Sie dabei nicht, hinter jeder Ihrer Aussage den Nutzen für den Kunden herauszustellen. Achten Sie beim Verfassen der Texte darauf, dass Sie Ihrem Kunden nicht Ihr Produkt/Dienstleistung „aufzwingen“. Er muss von allein die Notwendigkeit Ihres Produkts für sich selbst erkennen.
  4. Geben Sie dem Leser die Möglichkeit, Sie zu kontaktieren. Am besten verpacken Sie diese Daten in die „Call to action“ (die Aufforderung zum Handeln). Auch hier sollten Sie plumpe Phrasen wie „Rufen Sie mich noch heute an und kaufen Sie mein Produkt.“ Vermeiden. Schöner und ansprechender sind Sätze wie „Bei Fragen, Anregungen und Wünschen stehen die Mitarbeiter von … zu den üblichen Bürozeiten von … bis … telefonisch und per Mail für Sie zur Verfügung. Zögern Sie nicht, uns anzurufen. Wir helfen Ihnen gern weiter.“
    So bieten Sie Kundenservice, Dienstleistung/Produkt und Information gleichzeitig. Der Leser behält Sie in positiver Erinnerung und kommt gern auf Sie zurück.
    Denken Sie daran, dass nur selten beim ersten Kontakt ein Produkt oder Dienstleistung verkauft wird. Dabei spielen Faktoren wie Kundenservice und der Kittelbrennfaktor – also das dringende Kundenbedürfnis, dieses Produkt oder Dienstleistung, zu bekommen – eine große Rolle.

Die Tipps zum Schreiben von Verkaufstexten finden Sie als PDF-Download hier.